Home Meisterschaft Landesliga Landesliga: Nach 4:4 gegen Gamlitz weiter im Mittelfeld
Landesliga: Nach 4:4 gegen Gamlitz weiter im Mittelfeld PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Hugo Teuschler   
Sonntag, 02. April 2017 um 10:05 Uhr

Mit einem hart umkämpften 4:4 Remis gegen Gamlitz erreichte unsere Mannschaft zwar einen wichtigen Mannschaftspunkt, muss aber Aufstiegsambitionen wohl endgültig ad acta legen. Leider konnten wir in dieser Partie auch unser Jugendbrett nicht besetzen, sodass wir von Beginn weg 0:1 im Rückstand waren. Auf den Brettern 5 bis 7 waren die Spieler beider Mannschaften nicht in "Kampflaune", sodass diese Partien nicht über das Eröffnungsstadium hinauskamen und rasch Remis gegeben wurden. Umso intensiver wurde auf den ersten 4 Brettern gekämpft, hier gingen alle Partien über die Zeitkontrolle hinaus. Die bestimmende Farbe auf diesen Brettern war Weiß!

Auf Brett 3 setzte Stefan Steiner seinen Gegner, Richard Singer, von Anfang an mit einer Fesselung unter Druck. Singer fand zwar lange Zeit die besten Züge, allerdings mit enormen Zeitverbrauch, sodass er fast 20 Züge mehr oder weniger vom Zeitbonus leben musste. Lang Zeit ging auch das gut, doch dann fand Steiner eine sehr starkes Qualitätsopfer, mit dem er die schwarze Königsstellung aufriss und dann auch zerstörte! Wieder ein feiner Sieg unseres in dieser wie in der letzten Saison stärksten Spielers. Auf Brett 2 musste währenddessen Johann Krebs gegen den fast 2400 Elo-schweren slowenischen FM Boris Markoja eine komplizierte Stellung in einer Königsindischen Variante verteidigen. Krebs hatte zwar eine Figur mehr, allerdings 2 Bauern weniger und vor allem einen unrochierten König, der sich heftigen feindlichen Attacken ausgesetzt sah. Sowie Singer verteidigte auch Krebs diese Stellung lang, musste sich aber dann doch dem - wirklich stark vorgetragenen - Angriffsspiel seines Gegners geschlagen geben. Unsymmetrische Materialverhältnisse waren auch in der Partie zwischen Barbara Teuschler und Georg Bonstingl ein Thema. Hier konnte Bonstingl mit Weiß auf f7 "opfern" (2 Figuren gegen Turm und 2 Bauern) und Initiative erreichen. Allerdings hatte Barbara die Stellung eigentlich richtig eingeschätzt, die Engine zeigt nämlich unbeeindruckt von diesem Schlag "ausgeglichen" an. In weiterer Folge stellte Barbara jedoch einen Bauern ein und kam unter Druck. Mit gutem Figurenspiel erlange sie jedoch selbst wieder die Initative, sodass die Schlusstellung wieder ausgeglichen und die Partie auch remis gegeben wurde. Damit hatte Gamlitz einen Matchpunkt sicher. Unsere Mannschaft musste hingegen auf die Partie Georg Mohr gegen Gert Schnider setzen. Mohr hatte aus der Eröffnung heraus immer die leicht bessere Stellung, die er in ein Läuferendspiel überführte. Dieses war jedoch wegen der zähen Gegenwehr von Schnider nicht einfach zu gewinnen. Erst um den 60. Zug herum musste Schnider dem Dauerdruck Tribut zollen und sich in die Niederlage fügen, womit der 4:4 Endstand besiegelt war.

In der Tabelle führen nun Fürstenfeld-Hartberg und Leibnitz mit 13 Matchpunkten vor Pinggau-Friedberg (12 MP) und Schachfreunde Graz (11 MP). Unsere Mannschaft liegt mit 10 Matchpunkten auf Rang 5, punktegleich mit Austria Graz. Theoretisch kann unsere Mannschaft sowohl noch aufsteigen wie auch absteigen. Praktisch sind beide Optionen sehr unwahrscheinlich. In der Aufstiegsfrage ist aufgrund der knappen 3,5:4,5 Niederlage von Austria gegen Pinggau eine wichtige Vorentscheidung gefallen. Fürstenfeld ist ja schon in der Bundesliga, Leibnitz will - wenn man den Gerüchten in der Schachszene vertraut - gar nicht in die Bundesliga, sodass nun Pinggau der große Favorit auf den Aufstieg ist (die Schachfreunde Graz sind ja auch schon in der Bundesliga). Austria Graz hätte ja gerne einen Aufstiegsplatz geholt, um bei einem noch möglichen Abstieg aus der Bundesliga (dieser hängt davon ab, ob St. Valentin aus der 1. Bundesliga in die Bundesliga Mitte absteigt. Derzeit sieht es eher danach aus - wird bis zum 22. April und damit auch bis zur nächsten LL-Runde entschieden) gleich wieder aufzusteigen. Theoretisch ist das noch möglich, allerdings müsste Pinggau wohl beide ausstehenden Matches verlieren und Austria beide Matches gewinnen.

Damit ist auch für die Abstiegsfrage eine wichtige Entscheidung gefallen, wahrscheinlich gibt es - zusätzlich zu einem allfälligen Absteiger Austria Graz - 2 weitere Absteiger. Hier hat in der letzten Runde im Duell der Nachzügler - etwas überraschend - Ratten-Krieglach gegen Gleisdorf knapp mit 4,5:3,5 gewonnen und die Rote Laterne an Gleisdorf (3 MP) abgegeben. Ratten-Krieglach hält nun bei 5 MP und ist nur einen MP hinter Trofaiach-Niklasdorf, muss allerdings in der nächsten Runde gegen Aufstiegsaspirant Pinggau spielen. Sehr wahrscheinlich sind also die beiden Absteiger unter diesen 3 Mannschaften zu finden, denn Feldbach-Kirchberg und Gamlitz mit je 8 MP könnten nur noch bei "Sensationsresultaten" in Schwierigkeiten kommen.

Die nächste Runde findet nach Ostern, am 22. April, statt, unsere Mannschaft spielt auswärts gegen Tabellenführer Fürstenfeld-Hartberg!

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 02. April 2017 um 11:21 Uhr